Eine Ausstellung dokumentierte die Ergebnisse und Recherchen, die im Laufe des fotografischen Langzeitprojektes „Mein bester Freund“ entstanden sind. Jugendliche aus Weißensee porträtierten sich gegenseitig, fotografierten ihre Umgebung und erzeugten so ein visuelles Stimmungsbild des Mikrokosmos Weißensee. Das Motiv der Freundschaft als archaisches Ritual unter Heranwachsenden diente dabei zur Visualisierung des momentanen Lebensgefühls. Durch Bilder und Einzelinterviews entstand ein authentischer ungeschönter Blick auf die vielfach schwierigen Lebensumstände, der als breite Diskussionsgrundlage bei den Teilnehmern selbst, Interessierten und den Verantwortlichen diente: Jugendarbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit prägen das Denken und Handeln der Jugendlichen. Ignoranz, Unwissen und Überforderung sind Elemente, die in das Verhalten der Verantwortlichen einfließen. Aus der Kluft zwischen der Jugend als dem gesellschaftlichen Leitbild und der tatsächlichen Situation von Kindern und Jugendlichen als Opfer sozialer gesellschaftlicher Verschärfung resultiert eine Jugendkultur in der Krise, in der Werteverlust und veränderte Werte eine Rolle spielen: Schutz, Geborgenheit und Sicherheit werden verdrängt durch Existenzangst und Interesselosigkeit.